Der Vulkan

Von , 17. Februar 2010 11:34

Der Piton de la Fournaise (deutsch: Glutofen) ist mit seinen gerade mal ca. 360.000 Jahren ein erdgeschichtlicher Jungspund. Er liegt auf einen Hotspot (besonder heißen Stelle im Erdmantel, an der basaltische Schmelze bis in die Erdkruste aufsteigt) und ist ein Schildvulkan (Vulkantyp mit sehr heißer, gasarmer Lava), bei dem Ausbrüche meist ungefährlich verlaufen, weil sie kaum explosionsartig stattfinden, sondern ein kontinuierlicher Abfluss des Magma erfolgt. Seine Caldera besitzt die Form eines zum Meer hin offenen Hufeisens und misst rund 13x8km. Vor 1998 ging es in der jüngeren Zeit am Piton de la Fournaise relativ ruhig zu, seit dem befindet er sich in einer sehr aktiven Phase die bis zu 3 Ausbrüchen im Jahr führt. Der letzte große Ausbruch (größter der letzten 100 Jahre) fand im Jahr 2007 statt. Aus einer Spalte im Grand Brulé die nur 500 Meter über dem Meeresspiegel endete, ergossen sich große Lavamengen ins Meer und vergrößerten La Réunion erfreulicherweise wieder etwas. Die Straße, an der unsere zugehörige Bilderserie entstand musste damals allerdings erst wieder neu gebaut werden. Seit diesem großen Ausbruch ist der Berg wieder etwas ruhiger geworden, zählt aber immer noch zu den aktivsten Vulkanen der Erde.

Das Grand Brulé trägt seinen Namen im übrigen nicht nur der vulkanischen Aktivitäten halber zurecht. Unser zweiter Besuch fand bei vollem Sonnenschein statt, was dazu führte, dass sich der unter meinen Füßen verflüssigte Asphalt beim Vorwärtskommen recht behindernd auswirkte. Wie auf den Photos zu erkennen, dampft die im Untergrund noch immer nicht völlig erkaltete Lava -nein, genauer das Wasser, das durch den kräftigen Wind und den Regen, den die aufsteigende Feuchte verursacht, welches sich dann im lockeren Lavagestein sammelt und dort bis auf Dampftemperaturen erhitzt wird. Die Aussentemperatur im Schatten betrug bei unserem Besuch 39°, was die Berechtigung meiner Forderung nach einer funktionierenden Klimaanlage nochmal ganz besonders rechtfertigte. Ohne diese wären wir vermutlich selbst mit verkocht.
Die Bilder vom 15.2. geben nicht nur die Lavafelder und deren verursachende Ausbrüche wieder, sondern vermitteln einen Eindruck, wie fruchtbar der Boden ist, desen Entstehung so lebensfeindlich beginnt. Die Ostküste bietet einen pflanzlichen Artenreichtum, dass einen die vielen verschiedenen Grüntone fast erschlagen.

Eine Antwort für “Der Vulkan”

  1. Brandy Grace sagt:

    Grand Brulé? Ihr habt also wieder üppige Desserts gehabt!? Weiter so! :D

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