Die Abreise

Von , 3. März 2010 00:46

Leider geht auch der schönste Urlaub einmal zu Ende und unserer endete am Freitag, den 26.02. Unser Abschied aus dem La Cle de Champs zogen wir in die Länge, ein kleiner Kaffee geht immer noch, aber gegen halb 12 brachen wir dann doch auf mit der trüben Aussicht, die nächste Nacht in einer Air France Maschine zu verbringen. Auch der Himmel war betrübt, der letzte Tag auf Réunion war gleichzeitig der einzige Tag an dem das Wetter schlecht war – bedeckt, überall auf der Insel und drückend heiss. Unser erster Weg führte uns nach St. Paul und den wöchentlichen Markt. Neben allerlei Waren aus Indien, China und Madagaskar, die man auch auf jedem Wochenmarkt überall auf der Welt findet, T-Shirts mit Aufdruck, bestickten Deckchen und anderen Firlefanz gibt es aber auch Gewürze, Gewürze und nochmals Gewürze, Vanille und Marmeladen, Obst und Gemüse und natürlich – wie könnte es anders sein – Stände mit reichhaltigem Essensangebot. Essen war angesichts der Hitze und des reichhaltigen Frühstücks nicht so unser Ding also beschränkten wir uns auf den Kauf von Vanille in grossen Bündeln und reichlich Gewürze inkl. einer Würzsosse, von der die Marktfrau meinte, sie sei very hot.  Ich kann das bestätigen, sie ist very, very hot.

Das Wetter war aber so trübe wie unsere Stimmung und irgendwie war es uns zu heiss, also zurück zum Auto und wir wählten den längsten Weg zurück in die Hauptstadt St. Dennis – die Route de Montagne. Irgendwann landeten wir bei einem Schild, der zu einem Park Colorado führte, ein Picknick- und Ausflugsparadies, gesponsert von der EU. Dort pausierten wir eine Weile, bevor wir uns in das Verkehrsgetümmel in St. Dennis stürzten. Nachdem fast jede Stadt auf Réunion mit Einbahnstrassen gesegnet ist, erlebten wir die Stadt aus dem Auto, standen im Stau und irgendwann fanden wir den Weg Richtung Flughafen. Unser Flieger ging um 22.00 Uhr, wir waren um 17.00 Uhr am Airport. Was tun? Es war so heiss, es war so schwül, die Aussicht auf Air France schlug auf die Stimmung, die Winterjacken im Kofferraum bei gefühlten 40 Grad machten uns auch nicht an. Wir beschlossen, das Auto erst um 20.00 Uhr abzugeben, die Winterklamotten im Kofferraum zu lassen und in weiser Voraussicht auf das zu erwartende Catering bei Air France uns den Bauch nochmal richtig vollzuschlagen. Das Flughafenrestaurant öffnete aber erst um 18.30 Uhr, die Bar hatte aber auf. So kamen wir noch in den Genuss einer Live-Band. Wie ihr es schon ahnt, das Abendessen war hervorragend. Wir bestellten Carry Poisson, bekamen natürlich eine Portion, die für eine 8-köpfige Familie ausreichen würde und bezahlten pro Essen gerade mal 6,50 Euro. Das Bier schlug dann doch mit 2,50 pro Flasche wesentlich heftiger zu.

Ich erspare euch die Details des Air-France-Essens, aber der undefinierbare Kartoffelbrei mit grünen Einsprenkelungen, der auf dem Lachbrei thronte schmeckte noch bescheidener als er aussah. Da wir aber zufrieden und satt waren, fiel es uns leicht, sowohl das Essen wie den undefinierbaren Rotwein unberührt zu lassen bis auf eine winzige Verkostung der kulinarischen Katastrophe. Die Sitze waren die gleichen wie beim Hinflug, der Service aber insgesamt ein wenig besser, weil freundlicher. Und ich durfte die ganze Nacht mein Fenster “offen” lassen und musste nicht die “Jalousie” schliessen wie beim Hinflug. Irgendwie überlebten wir beide diese Nacht, das Frühstück wurde sogar 1,5 Stunden vor der Landung serviert und nicht 25 Minuten vor der Landung wie beim Hinflug. In Orly angekommen sahen wir einen spektakulären Sonnenaufgang über dem Flughafen, freuten uns, dass wir in 2 Stunden zuhause sein würden und – Pustekuchen. Nachdem ich bei der Sicherheitskontrolle auseinander genommen wurde, weil meine Wanderschuhe piepsten, ich nach rund 10 Minuten endlich durch den Sicherheitscheck war, die Anzeigetafel ” IN TIME” für unseren Flug ausgab und wir aber kein Gate hatten, fragten wir den freundlichen Mitarbeiter am Air France Schalter. Der eröffnete uns, dass am Vortag das Reinigungspersonal gestreikt hatte und alle Flüge Verspätung haben. Unser Flug voraussichtlich eine Stunde.

Irgendwann ging es dann doch Richtung Heimat, nach 45 Minuten landeten wir und wurden von frühlingshaften Temperaturen und strahlendem Sonnenschein empfangen. Das tat uns beiden gut, denn die Angst, bei Schneesturm und Minusgraden zurückzukehren war bei uns durchaus ausgeprägt.

Ich habe rund 1500 Fotos geschossen, die ich aber erstmal auswerten und sortieren muss. Es wird also noch eine grosse Bildgalerie mit den besten Fotos geben.

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