Die letzten drei Tage im Paradies

Von , 2. März 2010 23:22

Wir brachen am 23. morgens für unsere Verhältnisse recht spät auf, da das nächtliche Weingelage doch seinen Tribut forderte. Spät bedeutete für uns auf Réunion gegen 10.30 Uhr. Auf unserem Weg aus dem Cirque kamen wir an einem gewaltigen Erdrutsch vorbei und wir fragen uns immer noch, wie zur Hölle kam der Bagger auf den Abhang. Nett auch, dass es an den Baustellen Ampeln gibt – menschliche Ampeln. Funktioniert besser als bei uns, denn die reagieren mit ihrem rot-grün Schild auf den Verkehr.

An der Küste angekommen suchten wir die Cascade Niagara und verfuhren uns promt, weil wir auf der falschen Flussseite fuhren. Was aber auf Réunion immer ein Erlebnis ist, jede Strasse, sei sie noch so unbedeutend, führt irgendwo hin Icon Wink in Die letzten drei Tage im Paradies und man bekommt immer neue Eindrücke. Irgendwann fanden wir dann doch die richtige Stelle (wobei wir nicht die richtige Cascade fanden, aber da es so viele gibt, spielt es keine Rolle). Rüdiger nahm sein erfrischendes Bad und ich hielt nur meine Füsse ins kühlende Nass.

IMG 1265-300x225 in Die letzten drei Tage im Paradies

Mein geliebter Nebel

Etwas schwierig gestaltete sich die Suche nach unserer letzten Unterkunft, da wir natürlich anders fuhren als in der Wegbeschreibung beschrieben. Aber der freundliche Tankwart im Ort half uns weiter und so fanden wir das kleine Paradies La Clé des Champs in  Bellemène-les-hauts doch noch. Ach, ich sollte erwähnen, als wir nachmittags gegen 15.00 Uhr ankamen, war es neblig und grau, aber ich kannte das ja schon.  Wir wurden freudig von den zwei Hunden und dem Kater begrüsst, durften den hauseigenen Kaffee probieren (wunderbarer Kaffee aus der eigenen Kaffeeplantage) und das Abendessen war sensationell. Martine, die Hausherrin kocht einfach wunderbar und wir sanken zufrieden, satt und glücklich ins weiche Bett. Da wir auf 700 Meter Höhe waren, der Maido nur 15 km entfernt ist, beschlossen wir, am nächsten Morgen um 7.00 Uhr hochzufahren und doch noch einen Ausblick auf den Mafate zu erhaschen. Das erste Mal sahen wir ausser Nebelschwaden (ihr habt ja das Video gesehen) nichts.

Rüdiger fuhr wie ein Berseker den Berg hoch – Gott sei Dank, denn ich konnte noch vier Photos machen bevor mein Freund, der Nebel meinte: Du siehst heute nichts mehr. Auf dem Rückweg liefen uns auch noch ein paar Kühe über den Weg, was reichlich skuril ist, wenn man gerade auf 2100 Meter  und die Landschaft vor einer Kurve noch Lava mit spärlichem Bewuchs war. Das Frühstück fand wurde dann im Garten serviert – halb im Nebel und halb mit Blick auf die sonnenbeschienene Küste. Da wir unsere letzten Tage geruhsam verbringen wollten und die Gegend an der Küste schon kannten, entschlossen wir uns schnorcheln zu gehen. Durch den Cyclon Gélane war das Meer aber sehr aufgewühlt und man sah zwar viele Fische und Korallen, aber ich würde sagen, unter Wasser herrschte “Nebel”. Der nächste Tag aber brachte das herrlichste Wetter und eine absolut ruhige See und so schnappten wir uns das Unterwassergehäuse der Kamera, Flossen und Schnorchel und stürmten gegen 9.30 Uhr den Strand bei L’Erimitage les Bains. Und was soll ich euch sagen, es war wunderbar. Gegen 12.00 Uhr meinte Rüdiger zu mir: Heute ist es zwar sehr warm, aber sehr angenehm und überhaupt nicht heiss. Kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen kam ein heisser Wind aus Richtung Berge, es fühlte sich an, als ob jemanden einen Fön eingeschaltet hatte und es wurde unerträglich heiss. Wir hielten es nicht lange aus und entschlossen uns, in die kühle Höhe zurückzukehren. Pustekuchen, auch dort war es unerträglich heiss. Aber ein spektakulärer Sonnenuntergang von unserer Terrasse entschädigte uns für den Schweiss, den wir an diesem Tag so ganz ohne grosse Anstrengung gelassen hatten. Natürlich war das Abendessen wieder sensationell, wir fielen zufrieden, satt und ein wenig traurig ins Bett, denn der nächste Tag war der Tag der Abreise. Aber Réunion wäre nicht Réunion, wenn es nicht noch etwas zu bieten hätte. Gegen halb vier wurden wir von lautem Grummeln geweckt und es tobte ein hübsches Tropengewitter mit Regen über der Insel. Auch das war uns neu, denn obwohl Regenzeit hatten wir noch kein Gewitter erlebt.

Antwort hinterlassen