La Réunion – unsere Insel

Von , 3. März 2010 10:35

La Réunion ist keine Badeinsel, die große Betonburgen zur Bewältigung von riesigen Touristenströmen bietet und das hat diese Insel gerettet vor den üblichen Bausünden, hemmungsloser Umweltzerstörung und dem Fluch von den großen Reiseanbietern katalogisiert zu werden. Was ein Glück, denn die Schönheit und Vielseitigkeit muss man als Besucher nur mit 300.000 anderen Touristen im Jahr und den 800.000 Inselbewohnern teilen. 1750 km² der 2512 km² wurden 2007 unter Naturschutz gestellt und zu einem Nationalpark erklärt, der in seinem Abwechslungsreichtum unübertroffen ist.

Urwälder und Lavawüsten, schroffe Gebirgslandschaften und sanfte Weidegebiete, palmenbesäumte Korallenstrände und Steilküsten aus mächtigen Basalttürmen, Wasserfälle deren kühles Nass sich in natürlichen Süßwasserbecken sammelt und weite Zuckerrohrfelder, das alles findet sich auf engstem Raum. Daneben ein kulturelles Gemisch dessen Wurzeln aus dem Mutterland Frankreich, Indien, Afrika und China stammen, dessen Angehörige aus ihrer langen gemeinsamen Geschichte auf der Insel spannungsfrei zusammenleben und dabei in gegenseitiger Toleranz ihre jeweiligen Traditionen pflegen. Kulinarisch ist La Réunion ein Erlebnis: in drei Wochen ist es uns ein einziges Mal gelungen schlecht zu Essen und dies auch nur, weil wir uns zu müde und bequem für die besseren Alternativen für eine Pizza entschieden hatten. Sogar der Kaffee zum Frühstück -ein andernorts immerwährendes Risiko- war bis auf einen einmaligen Ausrutscher von bestem Aroma und ein Genuß.
Ja, dort spricht man französich und das unsere war leider reichlich mangelhaft. Dank der guten Empfehlungen von Brigitte Monat hatten wir aber in allen Unterkünften auch englischsprachige Verständigungsmöglichkeiten, sogar der ein oder andere deutsche Ansprechpartner ist -wenn auch selten- zu finden.
Und ja, diese Insel ist nichts für Langschläfer, denn die schönsten Panoramen der Bergwelt verlieren sich gerne am späten Vormittag im Nebel. Aber noch nie fiel uns das früh Aufstehen so leicht wie in diesem Urlaub, denn was immer es zu sehen gibt -und sei es der nächtliche Sternenhimmel- hält einen nicht im Bett.

Diese Insel ist unsere Insel und deshalb planen wir schon heute unsere Wiederkehr für Oktober diesen Jahres zum Whalewatching und Schnorcheln, Canyoning, der Vulkanbesteigung, dem kreolischen Kochkurs und den vielen anderen lohnenswerten Aktivitäten, für die drei Wochen einfach noch viel zu wenig waren.

Ja, wir haben uns verliebt in die Île de la Réunion.

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