Von St. Pierre in den Cirque de Salazie

Von , 22. Februar 2010 18:22

Nach dem Abschied aus St. Pierre, der uns beiden doch schwer fiel, machten wir uns auf zu neuen “Ufern”. Als Zwischenübernachtung landeten wir im Plaine des Palmistes, einer Hochebene auf ca. 1000 Meter. Da es in der für eine Nacht gebuchten Unterkunft sehr stickig war, lässt sich über den Aufenthalt dort nur eines sagen: Hätten wir die Türe nicht aufgelassen, wäre nicht um 1/2 vier Uhr morgens der ortsansässige Tanrek (ein Borstenigel) zu Besuch gekommen und hätte unser sehr überschaubares Zimmer nicht eingehend durchschnüffelt. Wir hätten auch nicht den spektakulären Sternenhimmel gesehen, den wir eingehend betrachteten als der Tanrek seines Weges zog. Und vor allem hätten wir uns nicht morgens um kurz nach sieben Uhr und einem schnellen aber überschaubaren Frühstück auf den Weg in den Fôrest Bébour und den Fôrest Bélouve gemacht. So aber erlebten wir einen aufregenden Tag in Wäldern, die ihresgleichen suchen. Mannshohe Baumfarne, mit Flechten bewachsene Tamarinden, blühenden Blumen, summenden Bienen und einem Duft, der betörend war. Der Höhepunkt war ein Aussichtspunkt mit einem sehr beeindruckenden Blick in den Cirque de Salazie, unserem nächsten Etappenziel, das wir aus der Höhe bewundern durften.

Auf dem Rückweg zur Hauptverbindungstrasse durch die Insel machten wir Rast an einem unscheinbaren und wenig vertrauenserweckenden Lokal an der Strasse. Aber es standen Massen von einheimischen Autos davor und vom Essen verstehen die Leute auf Réunion etwas. Wir kehrten also auch ein und sowohl die grösse der Portionen (die hier üblich sind) wie auch der Geschmack des Carrys, von dem wir immer noch nicht wissen ob es Ente oder doch Huhn war, waren überwältigend.

Gut gestärkt machten wir noch Halt in Staint Benoit, einem Ort an der Ostküste und bewunderten das Meer, dass durch den nahenden erst als Cyclon und nun nur noch mehr als tropische Depression eingestufte Sturmtief  Gelane sehr aufgewühlt war. Die Strasse nach Hell Bourg war, wie schon zu erwarten, wieder ein Erlebnis. Allerdings ist der Cirque de Salazie ganz anders und weniger schroff als Cilaos. Hier ist der Cirque der Wasserfälle, der Riesenbambuse, der Bananenstauden, die man in allen Entwicklungsstadien bewundern kann und der alles verschlingenden und überwuchernden Chouchou, die nach Gurke schmeckt. Das Hotel ist wunderschön, die Ausblicke fantastisch und das Essen, wie sollte es anders sein, wunderbar.

Morgen machen wir uns leider schon wieder auf den Weg in unser letztes Hotel auf den Höhen zwischen St. Paul und St. Gilles  und mit jeder Kurve und mit jedem neuen Ausblick wird uns klar: Wir kommen wieder, drei Wochen sind zu kurz für so eine Insel.

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